Minimalinvasive zervicale Stabilisierung der Halswirbelsäule mit CT-Navigation

Stabilisierung der Halswirbelsäule mit höchster Präzision

Die dorsale Stabilisierung der Halswirbelsäule ist ein chirurgisches Verfahren zur Wiederherstellung der Stabilität der Halswirbelsäule durch die Implantation von Schrauben und Stäben in die Wirbel.

Der Eingriff wird bei ausgewählten Formen einer zervikalen Instabilität eingesetzt, die degenerativ, traumatisch oder seltener tumorbedingt sein kann. Bei einer Kompression neuraler Strukturen kann die Stabilisierung im gleichen Eingriff mit einer Dekompression des Rückenmarks oder einer dorsalen zervikalen Foraminotomie kombiniert werden.

In unserem Zentrum führen wir diesen Eingriff mit einer minimalinvasiven Technik und dreidimensionaler Navigation auf Basis einer intraoperativen O-Arm-CT durch. Dadurch kann die Implantation des Stabilisierungsmaterials mit sehr hoher Präzision geplant und kontrolliert werden.

Wann ist der Eingriff angezeigt?

Eine dorsale Stabilisierung der Halswirbelsäule kann empfohlen werden, wenn eine pathologische Beweglichkeit zwischen zwei oder mehreren Halswirbeln korrigiert oder verhindert werden muss.

Zu den wichtigsten Indikationen gehören:

  • Zervikale Wirbelsäuleninstabilität;
  • Spondylolisthesis oder fortgeschrittene degenerative Veränderungen;
  • Instabilität nach Trauma;
  • Notwendige Stabilisierung nach Rückenmarksdekompression;
  • Zervikale Spinalkanalstenose in Verbindung mit Instabilität;
  • Erkrankungen am zervikothorakalen Übergang;
  • Seltener Tumorerkrankungen oder andere Pathologien, welche die Stabilität der Wirbelsäule beeinträchtigen.

Ein operativer Eingriff wird in der Regel dann erwogen, wenn konservative Behandlungen keine ausreichende Symptomkontrolle ermöglichen oder ein neurologisches Defizit vorliegt.

 

Unsere minimalinvasive Operationstechnik

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose in Bauchlage.

Nach korrekter Lagerung wird mit dem O-Arm-System eine dreidimensionale intraoperative CT-Aufnahme durchgeführt. Die Bilder werden in das Neuronavigationssystem integriert und ermöglichen dem Chirurgen eine Echtzeitdarstellung der Wirbelsäulenanatomie sowie der Position und Trajektorie der chirurgischen Instrumente.

 

Schraubenplatzierung unter CT-Navigation

Die Platzierung von Schrauben an der Halswirbelsäule erfordert aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Rückenmark, zu den Nervenwurzeln und zu den Vertebralarterien eine besonders hohe Präzision.

Aus diesem Grund verwenden wir systematisch eine dreidimensionale Navigation auf Grundlage der intraoperativen CT-Bildgebung.

Die Trajektorie jeder einzelnen Schraube kann anhand der dreidimensionalen Bilder geplant und während der Implantation kontrolliert werden. Dadurch können präzise festgelegt werden:

  • Der Eintrittspunkt;
  • Die Ausrichtung der Schraube;
  • Die geeignete Länge und der geeignete Durchmesser;
  • Die Beziehung zum Spinalkanal und zu den umgebenden Gefäßstrukturen.

Diese Technologie ermöglicht eine sehr hohe Präzision bei der Platzierung des Osteosynthesematerials, was insbesondere in der Halswirbelsäulenchirurgie von großer Bedeutung ist.

Nach dem Einbringen der Schrauben kann bei entsprechender Indikation eine weitere intraoperative dreidimensionale Bildgebung durchgeführt werden, um die Lage der Implantate noch vor Abschluss des Eingriffs unmittelbar zu kontrollieren.

Minimalinvasiver Zugang

Je nach Pathologie und zu behandelnden Segmenten kann der Eingriff über zwei kleine dorsolaterale Hautinzisionen oder über eine einzelne mediane Inzision erfolgen.

Ist zusätzlich eine neurologische Dekompression erforderlich, verwenden wir eine mikrochirurgische Technik mit einem tubulären Retraktor von etwa 14–16 mm Durchmesser.

Über diesen Zugang kann unter mikroskopischer Sicht gezielt ein kleiner knöcherner Anteil entfernt werden. Falls erforderlich, werden auch degenerative beziehungsweise arthrotische Veränderungen reseziert, die eine Nervenwurzel oder das Rückenmark komprimieren.

Stabilisierung und Dekompression können somit im selben Eingriff durchgeführt werden.

 

Stabilisierung und Dekompression in einer Operation

Bei einer Nervenwurzelkompression kann die Stabilisierung mit einer dorsalen zervikalen Foraminotomie kombiniert werden. Dabei wird das Neuroforamen erweitert, durch das die Nervenwurzel die Wirbelsäule verlässt.

Bei einer zentralen Spinalkanalstenose kann zusätzlich eine Dekompression des Rückenmarks durchgeführt werden.

Der Eingriff verfolgt damit zwei Ziele:

  • Entlastung der komprimierten neuralen Strukturen;
  • Wiederherstellung einer ausreichenden Stabilität der Halswirbelsäule.

 

Warum ein dorsaler Zugang?

Der dorsale Zugang bietet bei bestimmten Krankheitsbildern spezifische Vorteile.

Er ermöglicht die gleichzeitige Stabilisierung mehrerer Halswirbelsäulensegmente, ohne dass die Bandscheiben zwingend entfernt werden müssen.

Darüber hinaus eignet er sich besonders für Pathologien der unteren Halswirbelsäule und des zervikothorakalen Übergangs, einer Region, die über einen ventralen Zugang mitunter schwieriger erreichbar ist.

Die Wahl zwischen ventralem und dorsalem Zugang erfolgt individuell anhand der Anatomie, der Art der Instabilität, einer möglichen neurologischen Kompression und der Anzahl der betroffenen Segmente.

Vorteile der intraoperativen CT-Navigation

Die Kombination aus intraoperativer O-Arm-CT und Neuronavigation ist ein zentraler Bestandteil unserer Operationstechnik.

Sie ermöglicht:

  • Eine dreidimensionale Rekonstruktion der Wirbelsäule direkt während des Eingriffs;
  • Eine individuelle Planung der Schraubentrajektorien;
  • Eine Echtzeitdarstellung der Instrumentenposition in Relation zu den Wirbeln;
  • Eine höhere Präzision bei der Implantation des Stabilisierungsmaterials;
  • Eine geringere Abhängigkeit allein von äußeren anatomischen Orientierungspunkten;
  • Eine intraoperative Kontrolle des Ergebnisses der Stabilisierung.

Diese Technologie ist insbesondere an der Halswirbelsäule von besonderer Bedeutung, da die anatomischen Räume klein sind und wichtige neurologische sowie vaskuläre Strukturen nur wenige Millimeter von den Schraubentrajektorien entfernt liegen.

Unsere Erfahrung

Die Wirbelsäulenchirurgie und minimalinvasive Techniken stellen einen wichtigen Bestandteil unserer neurochirurgischen Tätigkeit dar.

Im Laufe der Jahre haben wir eine besondere Erfahrung im Einsatz der Wirbelsäulennavigation und der intraoperativen O-Arm-CT entwickelt. Diese Technologien verwenden wir insbesondere bei Eingriffen, bei denen eine sehr präzise Implantation des Stabilisierungsmaterials erforderlich ist.

Die Kombination aus chirurgischer Erfahrung, Mikrochirurgie, minimalinvasivem Zugang und intraoperativer dreidimensionaler Navigation ermöglicht eine individuelle Anpassung des Eingriffs an die Anatomie jedes Patienten und erlaubt auch bei komplexen zervikalen Stabilisationen eine hohe Kontrolle während sämtlicher Operationsschritte.

 

Nach der Operation

In der Regel kann der Patient bereits am Abend des Operationstages aufstehen und gehen.

Postoperative Schmerzen werden mit einer geeigneten medikamentösen Therapie behandelt. Die Entlassung erfolgt üblicherweise nach etwa zwei Tagen stationären Aufenthalts, abhängig vom Umfang des Eingriffs und vom neurologischen Zustand.

Anschließend werden klinische und radiologische Verlaufskontrollen durchgeführt, um Folgendes zu beurteilen:

  • Wundheilung;
  • Entwicklung der Schmerzen;
  • Neurologische Erholung;
  • Stabilität und Lage des Implantatmaterials;
  • Knöcherne Fusion.

Die radiologischen Kontrollen werden in der Regel über etwa 6–9 Monate nach dem Eingriff fortgeführt.

Risiken der dorsalen Stabilisierung der Halswirbelsäule

Wie jeder Eingriff an der Halswirbelsäule ist auch die dorsale Stabilisierung mit bestimmten Risiken verbunden.

Zu den möglichen Komplikationen gehören Infektion, Hämatom, Liquorfistel, neurologische Defizite, Gefäßverletzungen, Wundheilungs- oder Fusionsstörungen sowie seltener eine Fehlpositionierung oder Lockerung des Stabilisierungsmaterials.

Die präoperative Planung, die chirurgische Erfahrung und die Verwendung der intraoperativen CT-Navigation ermöglichen eine sehr präzise Kontrolle der technisch anspruchsvollsten Operationsschritte.

Jede Indikation wird dennoch individuell beurteilt und vor dem Eingriff ausführlich mit dem Patienten besprochen.

 

Individuell angepasste Chirurgie

Nicht jede zervikale Instabilität erfordert die gleiche Form der Stabilisierung.

Die Entscheidung für einen ventralen, dorsalen oder kombinierten Zugang, die Anzahl der zu stabilisierenden Wirbel und die Notwendigkeit einer zusätzlichen Dekompression werden anhand der Symptome, der neurologischen Untersuchung und der Bildgebung getroffen.

Ziel ist es, die notwendige Stabilisierung mit möglichst geringer Invasivität durchzuführen, die anatomischen Strukturen bestmöglich zu erhalten und bei Bedarf eine wirksame Dekompression zu erreichen.

 

 

Möchten Sie eine fachärztliche Beurteilung?

Wir bieten eine individuelle neurochirurgische Beurteilung mit sorgfältiger Analyse der Beschwerden und der radiologischen Unterlagen an.

 

 

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