Trigeminusneuralgie
Die Trigeminusneuralgie ist eine neuropathische Erkrankung, die sich durch Anfälle von akutem, einschießendem Schmerz in den Gesichtsbereichen äußert, die vom fünften Hirnnerv (Nervus trigeminus) innerviert werden: Stirn und Auge, Unterkiefer bis zum Kinn oder der obere Wangenbereich.
In den meisten Fällen betrifft die Erkrankung nur eine Gesichtshälfte; beidseitige Schmerzen sind selten. Die Schmerzattacken sind von kurzer Dauer und können durch thermische oder taktile Reize (Rasieren, kalte Getränke oder Speisen) an bestimmten Gesichtsarealen (Triggerpunkte) ausgelöst werden.
Die Trigeminusneuralgie kann durch einen Konflikt zwischen dem Trigeminusnerv und einem Blutgefäß verursacht werden, das den Nerv komprimiert oder ihn durch seine Pulsation reizt (neurovaskulärer Konflikt).
Seltener kann die Neuralgie durch einen Tumor, der den Nerv komprimiert, durch andere vaskuläre oder neuroinflammatorische Erkrankungen oder durch infektiöse Prozesse verursacht werden. Kann keine eindeutige Ursache identifiziert werden, spricht man von einer idiopathischen Trigeminusneuralgie.
Die Diagnose der Trigeminusneuralgie ist in erster Linie klinisch. Zur Abklärung der Ursache sollte eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns durchgeführt werden, da sie eine mögliche zugrunde liegende Ursache erkennen lässt.
Mit einer Trigeminusneuralgie zu leben kann schwierig sein, insbesondere wenn sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Aus diesem Grund ist die Wahl der geeigneten Behandlung von entscheidender Bedeutung.
Behandlungsoptionen der Trigeminusneuralgie
- Medikamentöse Therapie
- Chirurgische neurovaskuläre Dekompression
- Komplementäre Verfahren
Medikamentöse Therapie
Antikonvulsiva stellen die Therapie der ersten Wahl bei idiopathischer Trigeminusneuralgie dar. Bei Vorliegen eines neurovaskulären Konflikts wird eine medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen, sofern sie dem Patienten eine gute Lebensqualität ermöglicht. Bei unzureichender Wirksamkeit der medikamentösen Therapie sollte eine operative Behandlung erwogen werden.
Neurovaskuläre Dekompression
Wenn Medikamente nicht ausreichen, um die Neuralgie zu kontrollieren, und die Ursache ein Konflikt zwischen dem Trigeminusnerv und einer Arterie ist, stellt die chirurgische neurovaskuläre Dekompression eine wirksame therapeutische Option dar.
Ziel des Eingriffs ist es, den Konflikt zwischen dem Trigeminusnerv und dem ihn komprimierenden Blutgefäß zu beseitigen.
Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt und erfordert einen Hautschnitt hinter dem Ohr auf der Seite, auf der die Schmerzen auftreten. Über ein kleines Knochenfenster im Schädel (Kraniotomie) verlagert der Chirurg die Blutgefäße, die auf den Trigeminusnerv drücken, und platziert ein weiches Abstandsmaterial zwischen den Strukturen.
Bei vielen Patienten kann die mikrovaskuläre Dekompression die Schmerzen erfolgreich beseitigen oder deutlich reduzieren und bietet – unter allen verfügbaren Eingriffen – die dauerhaftesten Ergebnisse.
Dr. Robert verfügt über eine große Erfahrung in der Entscheidungsfindung und in der chirurgischen Behandlung der Trigeminusneuralgie, insbesondere bei der neurovaskulären Dekompression. Diese Behandlung führt er in der Clinique de La Source in Lausanne durch.
Komplementäre Verfahren
1. Stereotaktische Radiochirurgie
Die stereotaktische Radiochirurgie nutzt gebündelte Strahlen, die gezielt auf den betroffenen Ast des Trigeminusnervs gerichtet werden, um die Schmerzsignale entlang des Nervs zu reduzieren oder zu unterbrechen. Dieses Verfahren führt langsam zur Bildung einer Läsion des Trigeminusnervs, wodurch die Weiterleitung der Schmerzsignale zum Gehirn blockiert wird. Die Wirkung tritt schrittweise ein und kann mehrere Monate bis zum maximalen Effekt benötigen.
2. Glycerol-Injektion
Dieses Verfahren besteht in der Einführung einer Nadel durch die Wange in der Nähe des Mundes, die zum Trigeminusganglion an der Schädelbasis vorgeschoben wird. Dort wird eine kleine Menge steriles Glycerol injiziert, das den Trigeminusnerv schädigt und die Schmerzsignale blockiert.
3. Ballonkompression
Bei diesem Verfahren wird ein Katheter mit einem Ballon über die Wange eingeführt. Der Ballon wird mit einem Druck aufgeblasen, der den Trigeminusnerv schädigt und die Schmerzsignale blockiert. Anschließend wird der Ballon entleert und entfernt.
4. Trigeminale Thermorhizotomie mittels Radiofrequenz
Bei diesem Verfahren wird elektrische Stimulation eingesetzt, um die schmerzleitenden Nervenfasern gezielt zu schädigen, mithilfe einer Technik, die den oben beschriebenen Verfahren ähnelt.