Endoskopische Drittventrikulostomie

Die endoskopische Drittventrikulostomie ist ein minimalinvasiver Eingriff zur Behandlung bestimmter Formen des obstruktiven Hydrozephalus. Dabei wird im Gehirn ein neuer Abflussweg für die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit geschaffen, sodass der Liquor das für seine Ansammlung verantwortliche Hindernis umgehen kann.

 

Wann ist dieser Eingriff geeignet?

Diese Technik ist nicht für jede Form des Hydrozephalus geeignet. Sie wird vor allem dann eingesetzt, wenn ein Hindernis den normalen Liquorfluss blockiert, insbesondere bei einer Stenose des Aquädukts, bestimmten Tumoren, Zysten oder Fehlbildungen der Liquorwege.

Die Indikation wird nach sorgfältiger Beurteilung der Symptome und der bildgebenden Untersuchungen des Gehirns gestellt. Bei Hydrozephalusformen, die hauptsächlich auf einer gestörten Liquorresorption beruhen, kann ein ventrikuloperitonealer Shunt weiterhin die geeignetere Behandlung sein.

Illustration eines triventrikulären Hydrozephalus bei Stenose des Aquädukts von Sylvius

Wie wird der Eingriff durchgeführt?

Die Operation erfolgt in Vollnarkose.

Nach einem kurzen Hautschnitt im Stirnbereich legt der Neurochirurg eine kleine Öffnung im Schädel an. Anschliessend wird ein Endoskop mit Kamera in die Hirnventrikel eingeführt.

Unter direkter Sicht wird eine kleine Öffnung im Boden des dritten Ventrikels geschaffen. Dadurch kann der Liquor das Hindernis umgehen und in die natürlichen Liquorräume an der Hirnbasis abfliessen.

Der Eingriff erfolgt über einen begrenzten operativen Zugang, ohne dass eine grosse Schädelöffnung erforderlich ist.

 

Welche Vorteile bietet der Eingriff?

Wenn diese Technik möglich ist, besteht der wichtigste Vorteil darin, dass die Implantation eines dauerhaften Shuntsystems mit Ventil und Bauchkatheter vermieden werden kann.

Dadurch lässt sich das Risiko von Komplikationen im Zusammenhang mit implantiertem Material verringern, beispielsweise Infektionen, Verstopfungen, Unterbrechungen des Systems oder Ventilfehlfunktionen.

Die postoperative Erholung verläuft in der Regel rasch, und die Narbe bleibt klein und unauffällig.

 

Welche Grenzen hat der Eingriff?

Die während der Operation geschaffene Öffnung kann gelegentlich nicht ausreichend sein oder sich im Laufe der Zeit wieder verschliessen. Der Hydrozephalus kann dadurch fortbestehen oder erneut auftreten, sodass ein weiterer Eingriff oder die Anlage eines ventrikuloperitonealen Shunts erforderlich werden kann.

Wie jeder neurochirurgische Eingriff ist auch die endoskopische Drittventrikulostomie mit Risiken verbunden, darunter Blutungen, Infektionen, neurologische Verletzungen oder ein Fortbestehen des Hydrozephalus. Diese Komplikationen sind selten und werden im präoperativen Gespräch ausführlich erläutert.

Illustration des frontalen Zugangs zur ventrikulären Endoskopie

Nach dem Eingriff

Nach der Operation wird der Patient auf einer neurochirurgischen Station überwacht. Je nach klinischer Situation kann eine bildgebende Kontrolle durchgeführt werden.

Der Krankenhausaufenthalt ist in der Regel kurz, hängt jedoch von der Ursache des Hydrozephalus und vom Allgemeinzustand des Patienten ab.

Das erneute Auftreten von starken Kopfschmerzen, Erbrechen, ungewöhnlicher Schläfrigkeit, Gleichgewichtsstörungen oder Bewusstseinsveränderungen erfordert eine rasche ärztliche Abklärung.

 

Unser Behandlungskonzept

Unsere Behandlung basiert auf einer präzisen Analyse des Mechanismus des Hydrozephalus und einer sorgfältigen Auswahl der Patienten.

Unsere Erfahrung in der kraniellen Neurochirurgie und in der endoskopischen Chirurgie ermöglicht es uns, eine individuell abgestimmte Behandlungsstrategie vorzuschlagen. Dabei wird zwischen endoskopischer Drittventrikulostomie, ventrikuloperitonealer Shuntanlage und Behandlung der zugrunde liegenden Ursache der Obstruktion gewählt.

Unser Ziel ist es, wenn immer möglich, eine Methode einzusetzen, die minimalinvasiv, wirksam und an die Anatomie jedes einzelnen Patienten angepasst ist.

 

Möchten Sie eine fachärztliche Beurteilung?

Wir bieten Ihnen eine individuelle neurochirurgische Abklärung mit sorgfältiger Beurteilung Ihrer Beschwerden und Ihrer bildgebenden Untersuchungen des Gehirns. Sie können uns über das Online-Formular oder per E-Mail kontaktieren.